In den Jahren 2019 und 2020 haben als erste deutsche Krankenkasse die IKK classic und das sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut ILAG (Institut Leistung Arbeit Gesundheit) eine Studie zur Wirksamkeit der Gartentherapie durchgeführt. Die Studie mit dem Titel „Durchführungsbedingungen und Wirkungsanalyse von gartentherapeutischen Maßnahmen bei demenziell erkrankte Bewohner*innen in Altenpflegeheimen(DuWigata) wird in diesem Jahr erscheinen.

Ziel war es die Umsetzung der Handlungsfelder der körperlichen Aktivität, der kognitiven Ressourcen und der psychosozialen Gesundheit gemäß des Leitfadens Prävention im Rahmen einer kontrollierten multizentrischen Studie wissenschaftlich zu untersuchen. Hierzu wurden Daten zu Kognition, Verhalten und Emotionen bei demenziell erkrankten Personen in Altenpflegeheimen erhoben und analysiert. Insgesamt haben über 200 demenzerkrankte Teilnehmer*innen aus Pflegeeinrichtungen an der Studie teilgenommen. Die durchgeführten Interventionen basierten auf einem gemeinsam erarbeiteten Rahmenkonzept gartentherapeutischer Arbeit.

Ein Ergebnis war die erstmalige Beschreibung von notwendigen Voraussetzungen für das Gelingen gartentherapeutischer Präventionsmaßnahmen.

Dazu gehören (neben der Umsetzung der Maßnahme durch eine ausgebildete Fachkraft)

  • eine umfassende Information der Leitungsebene der Einrichtungen
  • eine durchdachte und konzeptionierte Organisation und Integration der therapeutischen Maßnahme „Gartentherapie“ innerhalb der Einrichtung
  • das Vorhandensein einer geeigneten Infrastruktur
  • die Begleitung durch qualifizierte Gartentherapeut*innen (intern oder extern)
  • die Begleitung durch weitere qualifizierte Kräfte in den Einrichtungen

Auf dieser Basis wurde nun im Jahr 2021 ein Pilotprojekt durch die IKK classic ins Leben gerufen, für das wiederum das ILAG – in Zusammenarbeit mit GÄRTEN HELFEN LEBEN verantwortlich ist. Unterstützt wird dieses durch die IGGT. Im Rahmen des Projekts „Gartentherapie als Präventionsmaßnahme“ werden zur Zeit in neun Pflegeeinrichtungen aus drei Bundesländern Mitarbeiter*innen zu „Gartentherapeutischen Assistenzkräften“ weitergebildet. Die Qualifizierungsmaßnahme befähigt zur Durchführung der Gartentherapie an weiteren Standorten mit dem Ziel Gartentherapie in Deutschland nachhaltig zu stärken. Teil der Maßnahme ist hierbei u.a. auch die Erarbeitung einrichtungsbezogener gartentherapeutischer Konzepte. Schließlich soll erarbeitet werden, wie gartentherapeutische Maßnahmen in den Kanon der Präventionsleistungen übernommen werden könnten.

GÄRTEN HELFEN LEBEN übernimmt in diesem Projekt die Konzeption und die Organisation der Durchführung. Dazu konnte auf ein Netzwerk von registrierten Gartentherapeut*innen nach IGGT zurückgegriffen werden.

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